Über 27 Initiativen von "Frankfurt kann abfallfrei" starten in die Europäische Woche der Abfallvermeidung

Zero Waste

Reparieren statt Wegwerfen: Elektroschrott vermeiden mit "Frankfurt kann abfallfrei"

Rund um die Europäische Woche der Abfallvermeidung zeigt das Netzwerk „Frankfurt kann abfallfrei“, wie unterschiedliche Angebote Ressourcen schützen und Elektroschrott vermeiden – und dass Nachhaltigkeit leichtfallen kann. Von Reparaturinitiativen bis zu sozialen Projekten wird sichtbar, wie wertvoll ein zweites Leben für Geräte ist.

Das Motto der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) lautet in diesem Jahr „Reparieren statt Wegwerfen: Elektroschrott vermeiden!“, denn Elektro- und Elektronik-Altgeräte gehören zu den am schnellsten wachsenden Abfallströmen.

Anlässlich des Starts des Frankfurter Programms rund um die Europäische Woche der Abfallvermeidung, die in Frankfurt am Main über den ganzen November Angebote und Mitmachaktionen bietet, würdigte auch die Stadtpolitik so viel Engagement: „Wir müssen nicht nur wieder lernen, Dinge zu reparieren – wir müssen auch begreifen, dass sie reparierbar sind. Gerade bei Elektrogeräten geht so viel zu schnell verloren, was eigentlich ein zweites Leben haben könnte. Und wenn eine Reparatur nicht möglich ist, dann sollten zumindest die wertvollen Rohstoffe zurückgewonnen und in den Kreislauf zurückgeführt werden. Wir dürfen nicht länger so tun, als stünden uns unendliche Ressourcen zur Verfügung. Die vielen kreativen Mitmachangebote zeigen, dass Umdenken und Nachhaltigkeit Spaß machen können – ganz ohne erhobenen Zeigefinger“, sagte die Frankfurter Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez.

Start der Europäischen Woche der Abfallvermeidung in Frankfurt im Recyclingzentrum der GWR

Zahlreiche Netzwerkpartner*innen von „Frankfurt kann abfallfrei“ starteten die gemeinsame Kampagne beim Sozialunternehmen GWR gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwertung und Recycling mbH mit einer Ausstellung ihrer jeweiligen Arbeit. Die GWR ist ein gemeinnütziges Unternehmen, in dem erwerbslose Menschen durch praxisnahe und bedarfsorientierte Beschäftigung und Qualifizierung Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Zudem werden dort nicht mehr funktionsfähige Geräte repariert und günstig im Secondhand Warenhaus Neufundland verkauft. GWR-Geschäftsführer Gregor Langweg sagte: „Viel zu oft wird leichtfertig entsorgt, was oft genug mit kleinem Aufwand wieder repariert werden kann. Es macht mich stolz, dass wir bei der GWR die Nutzungsdauer von Geräten verlängern, Ressourcen schonen und die reparierten Geräte für einen günstigen Preis im Neufundland zum Wiederverkauf anbieten können.“

Ein buntes Programm macht Lust auf Abfallvermeidung: für alle etwas dabei!

Das Netzwerk „Frankfurt kann abfallfrei“ organisiert seit vielen Jahren die vielfältigen Angebote rund um die EWAV in Frankfurt. Aktuell gehören 27 engagierte Menschen, Initiativen, Vereine, städtische Ämter, Bildungseinrichtungen und Unternehmen zu dem Netzwerk; koordiniert wird es durch die FES. Das diesjährige Programm unter frankfurt-kann-abfallfrei.de liest sich wie ein gutes Buch:

  • Upcycling-Workshop & verkaufsoffener Samstag am Nikolaustag,
  • aus alten Tassen künstlerische Weihnachtsgeschenke upcyceln,
  • Gewinnspiele wie der Stoffwindelzuschuss oder das Müll-Trenn-Spiel „Waste-Bewerb“ mit tollen Preisen,
  • Stadtnaturgänge und Initiativen wie die Food-Kooperative Klaa Karott,
  • Heddernheimer Reparaturcafé und Mitmach-Labor für Familien – es ist für alle etwas dabei und jede*r kann mitmachen.

Wer schon immer mal wissen wollte, was im eigenen Smartphone steckt, kann das beim Workshop „Smartphones unter die Lupe nehmen!“ erfahren. Gemeinsam schauen sich die Teilnehmenden an, was es mit einem Smartphone so auf sich hat. Welche Materialien stecken drin? Wo kommen diese her? Was passiert mit dem alten Smartphone? Und ist ein Smartphone eigentlich gut für den Menschen?

Neben den punktuellen Aktionen gilt es auch, Services wie den Secondhand-Shop „reYOUrs“ kennenzulernen, der noch werthaltige Gegenstände aus dem Sperrmüll wieder dem Kreislauf zuführt (gemeinsames Projekt von GWR und FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH).

Weitere Informationen des EWAV-Programms in Frankfurt finden sich unter frankfurt-kann-abfallfrei.de.


Netzwerkpartner*innen von „Frankfurt kann abfallfrei“

  • Billabong, das Familienzentrum und Mehrgenerationshaus Riedberg
  • BUNDjugend Hessen
  • Die Auffüllerei – Unverpacktladen Bornheim
  • ever & again
  • FES GmbH
  • Food Coop Klaa Karott
  • Verein Foodsharing Frankfurt am Main
  • Frankfurter Verband, Begegnungs- und Servicezentrum Heddernheim
  • Greenpeace Frankfurt
  • ikonomo
  • Kaleidoskop
  • Verein Kinder im Zentrum Gallus / Mehrgenerationenhaus
  • Klimawerkstatt Frankfurt
  • Lust auf besser Leben gGmbH
  • Naturfreunde Frankfurt
  • Neufundland, ein Unternehmen der GWR
  • „Plastik sparen“ – Private Initiative zur Vermeidung von Plastik im Alltag
  • Samt & Sonders XXL / Secondhand-Markt der Diakonie Frankfurt und Offenbach
  • Stabsstelle Sauberes Frankfurt Projekt #cleanffm
  • Stadtbücherei Frankfurt am Main Zentrale Bibliothek
  • Talley Hoban, Schnippelbotschafterin
  • Tarahumara Fans
  • Verein Umwelt-Exploratorium
  • Verein Umweltlernen in Frankfurt
  • Verbraucherzentrale Hessen
  • Windelfrei
  • Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main

Das Netzwerk „Frankfurt kann abfallfrei“ ist eine 2017 gegründete Initiative zur Förderung von Abfallvermeidung und Ressourcenschonung in Frankfurt am Main. Seine Mission: einen abfallreduzierten Lebensstil zu fördern und praktische Wege aus der Wegwerfgesellschaft aufzuzeigen.

„Als Zero-Waste-Hero koche ich Kichererbsen aus der Kochkiste und spare so ganz viel Dosenmüll.“
Lucie Nienburg
Die Autor*in
Marlene Haas
Marlene Haas
Als Geschäftsführerin des gemeinnützigen Unternehmens "Lust auf besser leben" und Nachhaltigkeitkeitsaktivistin schlägt Marlenes Herz für alle Themen rund um Zero Waste, Klimaschutz und Circular Economy. Die Frankfurterin tüftelt am liebsten an neuen Ideen, die andere für nicht machbar halten, oder schreibt für RECYCLIST. Ansonsten cruist sie mit ihrem Sohn im Gepäck auf dem Cargobike durch die Region oder bemüht sich um einen grünen Daumen an ihren Hopfenpflanzen.