Steigende Strompreise und Energiekrisen sind für viele Menschen eine große Belastung. Alte Stromfresser wie Waschmaschinen oder Kühlschränke können eine schwierige Haushaltslage gerade dann zusätzlich verschärfen. Denn der Unterschied zwischen einem alten, energieintensiven Gerät und einem neuen, effizienten ist durchaus spürbar. Ein alter Kühlschrank aus dem Jahr 2002 kann laut co2online etwa 330 kWh pro Jahr verbrauchen, ein sparsames Gerät etwa 90 kWh. Bei 40,55 Cent/kWh wären das rund 97 Euro Stromkostenersparnis pro Jahr. Die Herausforderung ist dabei eine doppelte: Menschen mit niedrigem Haushaltseinkommen besitzen häufiger ältere Geräte, können aber die Investition in effiziente neuere Geräte schlechter stemmen. Dadurch zahlen sie länger hohe Stromkosten. Genau hier setzt ein kostenloser Gerätetausch sozial- und klimapolitisch sinnvoll an.
Frankfurt spart Strom – Frankfurt tauscht aus
Die Stadt Frankfurt am Main möchte mit ihrem Programm Frankfurt spart Strom gezielt einkommensschwache Haushalte unterstützen. Geräte mit hohem Stromverbrauch werden dabei kostenlos gegen neuere, energieeffiziente getauscht. Voraussetzung: Die Geräte müssen älter als zehn Jahre sein oder eine niedrigere Energieeffizienzklasse als D aufweisen.
Zum Programm gehören typische Elektrogroßgeräte, die in einem Haushalt als unverzichtbar gelten, wie:
- Kühlschränke
- Kühl-/Gefrierkombinationen
- Waschmaschinen
- Herde
- Geschirrspüler (für Familien oder Alleinerziehende mit mindestens drei Kindern)
Pro Haushalt kann ein Gerät getauscht werden. Wer einen gültigen Frankfurt-Pass besitzt oder einen Bewilligungsbescheid über Asylbewerberleistungen, Bürgergeld (ab Juli 26: Grundsicherung), Kinderzuschlag, Sozialhilfe oder Wohngeld hat, kann sich für das Programm bewerben. Auch andere Haushalte mit geringem Einkommen, aber ohne Frankfurt-Pass, können teilnehmen. Der Frankfurt-Pass für Bürger*innen der Stadt berechtigt Menschen mit einem niedrigen Haushaltseinkommen (z. B. 1.887,00 EUR netto für einen Zwei-Personenhaushalt) zu Vergünstigungen bei vielen kulturellen und anderen Einrichtungen der Stadt.
Bewerbung auf vielen Wegen
Die Bewerbung kann per E-Mail an info@frankfurt-pass-spart-strom.de, beim zuständigen Sozialrathaus oder per Post an die gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling GmbH (GWR, Lärchenstraße 131, 65933 Frankfurt am Main) erfolgen. Beratung und Unterstützung beim Ausfüllen des Antrags gibt es vor Ort im Neufundland Warenhaus, Lärchenstraße 135, 65933 Frankfurt am Main, das wir hier im reCYClist-Magazin auch schon einmal als Secondhand-Kaufhaus vorgestellt haben. Auch die Insel für Klima und Nachhaltigkeit, Zeil 129, 60313 Frankfurt am Main berät gern zu "Frankfurt spart Strom". Ob die alten Haushaltsgeräte die Kriterien erfüllen, prüft der Energiesparservice der Caritas Frankfurt. Fragen dazu beantwortet die GWR auch telefonisch: 069 94 21 63 280. Besonders angenehm: GWR bringt nicht nur die neuen Geräte in die Haushalte, sondern nimmt die alten auch gleich mit. Bis zu 68.000 Haushalte in Frankfurt können noch bis Ende 2026 von "Frankfurt spart Strom" profitieren.
Vergleichbare Ansätze zur Unterstützung der Bürger*innen in Sachen Stromsparen gibt es auch in anderen Großstädten, etwa in München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf. Häufig geht es dabei jedoch um Zuschüsse für neue Kühlgeräte. Frankfurt geht hier mit einem umfassenderen Konzept, einem Energiehilfefonds und gutem Beispiel voran. Das Projekt korrigiert eine soziale Schieflage, weil ausgerechnet Menschen mit wenig Geld oft nicht in die Technik investieren können, die ihre laufenden Kosten senken würde. Und (nicht zu vergessen): Es leistet auch einen wichtigen Beitrag zu einem geringeren CO2-Fußabdruck der Frankfurter*innen insgesamt und damit für Klimaschutz im Sinne aller.
Sie erfüllen die Kriterien nicht, haben sich aber ebenfalls vorgenommen, mehr Strom zu sparen? Vielleicht ist eine motivierende App wie die Klima-Taler-App etwas für Sie!











