Meeresschildkröten fressen auch Plastiktüten , da sie sie für Quallen halten.
„127 Tipps zum Plastik sparen gibt es im neuen Buch.“
Die Autor*in
Jil Zitnik
Jil Zitnik
Schon als Kind war Jils große Leidenschaft die Literatur. Aus diesem Grund entschied sie sich nach ihrem Abitur Germanistik an der Goethe Universität in Frankfurt zu studieren. Neben ihrem Studium ist sie als Werkstudentin bei der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH im Bereich Marketing tätig und schreibt für RECYCLIST. In ihrer Freizeit sitzt Jil häufig vor ihrem Laptop und verfasst Texte oder sie spaziert mit ihrem Hund durch Frankfurt und versucht währenddessen die Stadt weiterhin sauber zu halten.

Plastik sparen schützt die Umwelt – eine Initiative macht es vor

Überall begegnen wir Plastik, denn es ist nach wie vor großer Bestandteil unseres täglichen Konsums. Auf den ersten Blick scheint es das perfekte Verpackungsmaterial zu sein: Plastik lässt sich vielseitig anwenden, ist durchsichtig, hygienisch und geruchsneutral. Doch wir fragen nach: Wie wirkt sich unser hoher Plastikkonsum auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit aus?

Allein in Deutschland werden im Jahr ungefähr 39 Kilogramm Plastik pro Person verbraucht. Dass wir so viel Kunststoff konsumieren, mag zurzeit zum Teil an der Corona-Pandemie liegen, die gerade im To-go-Bereich einen Boom an Einwegverpackungen gefördert hat. Doch viele davon werden bald aufgrund des Verpackungsgesetzes von der Bildfläche verschwunden sein. Davon unabhängig jedoch werden Lebensmittel und andere Produkte in Plastik angeboten und von Verbraucher*innen gekauft, weil es praktisch und hygienisch ist. Selbst wenn die Recyclingquoten steigen: Dieser hohe Plastikkonsum ist laut Meinung Vieler alles andere als gesund.

Ein großes Problem des hohen Plastikkonsums ist das Entsorgen der einzelnen Verpackungen. Sie brauchen eine Ewigkeit, bis sie zerfallen. Eine Tüte aus Plastik braucht dafür ungefähr zwanzig Jahre, eine Plastikflasche dagegen 450 Jahre. Der Lebenszyklus einer Plastikverpackung kann somit mehrere Jahre andauern und in dieser ganzen Zeit unserer Umwelt und Gesundheit schaden. Verfechter von Rezyklaten werden aus guten Gründen Argumente dagegenhalten. Fest steht laut Deutscher Umwelthilfe jedoch, dass bisher weitaus weniger Plastik rezykliert wird als bisher angenommen (ca. 30 statt angenommener 70 %).

Plastik im Meer

Ein Teil des achtlos weggeworfenen Plastikmülls landet im Meer, und das über verschiedene Wege. In einigen Ländern oder auch auf hoher See wird der Müll einfach in die Meere geschüttet, da professionelle Entsorger-Strukturen fehlen oder die Bevölkerung nicht dafür sensibilisiert ist. Das bringt jedoch nur eine Reihe von Umweltfolgen mit sich. Im Meer zerfällt der Plastikmüll, aber er wird nicht komplett abgebaut. Somit schwimmt im Meer jede Menge Plastik und gefährdet nicht allein nur unsere Natur, die Tiere, sondern auch uns. Viele Tiere wie Vögel, Schildkröten, Delfine und alle anderen im und am Meer lebenden Tiere verenden durch das Fressen des Plastiks qualvoll. Auch Fische nehmen Plastik auf und wir verzehren es beim Fischessen mit – von mutmaßlichen hormonellen Veränderungen des Fleisches ganz zu schweigen.

Plastikanteil in unseren Kosmetikartikeln

Doch nicht nur im Supermarkt ist fast alles in Plastik eingepackt. Seit langer Zeit wird auch in der Kosmetikindustrie mit Plastik gearbeitet. Der Kunststoff wird in Kosmetikartikeln wie beispielsweise Mascara, Lidschatten, Lippenstift und ähnlichen Produkten eingesetzt. Das kann in flüssiger oder aber auch in fester Form erfolgen. Das heißt, es ist für Verbraucher*innen nicht mit bloßem Auge erkennbar. Das sogenannte „Mikroplastik“ in der Kosmetik ist nämlich ein günstiger Stoff für Peelings. Durch die Veränderung der öffentlichen Wahrnehmung jedoch achten immer mehr Herstellerfirmen auf den Einsatz von natürlichen Alternativen wie beispielsweise Aprikosenkerne.

Initiative „Plastik sparen“

Mit dem stetig wachsenden Umweltbewusstsein entstehen deutschlandweit immer mehr Initiativen, die sich für unsere Umwelt und gegen den hohen Plastikkonsum einsetzen. Wir berichteten bereits über „Refill“, die den Konsum von Plastikflaschen mit einer cleveren Idee reduzieren.

Um Aktive der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ vorzustellen, haben wir mit Petra Kress gesprochen. Sie ist Mutter von zwei Kindern, Grafikdesignerin und Gründerin sowie kreativer Kopf der Initiative „Plastik sparen“. In ihrem Leben spielen eine gesunde Ernährung sowie der nachhaltige Umgang mit der Natur und der Umwelt eine große Rolle. Petra Kress rief zu Beginn mit einer weiteren Frau die Initiative „Plastik sparen“ ins Leben, um Menschen zum Umdenken zu bewegen und ihren Plastikkonsum mit hilfreichen Tipps und Tricks so gering wie möglich zu halten.

Denn sie krempelte damals ihr Leben von heute auf morgen um und entschied sich dazu, etwas gegen ihren eigenen Plastikkonsum zu tun und somit Klimaschutz für sich, aber auch andere zu einer Herzensangelegenheit zu machen. Mit ihrer Initiative ist sie für viele Menschen ein Vorbild. Es geht nicht darum, ganz auf Plastik zu verzichten. Denn das ist zurzeit nahezu unmöglich. Doch auch die kleinste Veränderung kann Wunder bewirken. Auf ihrer Internetseite bietet Petra Kress viele Ideen und Lösungsansätze, die jede*r anwenden und damit etwas verändern kann. Seit einer Fortbildung beim „Baltic Environmental Forum Deutschland“ ist sie zudem als Chemikalien-Botschafterin unterwegs.

Petras Buch, um im Alltag Plastik zu sparen

Mit Hilfe von acht Tipps, die Petra Kress auf ihrer Internetseite beschreibt, kann jede*r sofort mit dem Plastiksparen anfangen. Ein wichtiger Punkt ist, ein Gefühl für Alternativen zu entwickeln, die sich im Alltag als selbstverständlich eingeschlichen haben, wie Seifenstücke statt Einwegspender aus Plastik. Ergänzend dazu hat Petra ein Buch geschrieben, in dem sie ganze 127 Tipps zum Plastiksparen im Super- und Drogeriemarkt festgehalten hat. Das Buch gibt es als gedruckte sowie als E-Book-Ausgabe. Reinlesen lohnt sich.