Ökodesign – viel mehr als energiesparende Staubsauger.

Glossar

Was ist eigentlich Ökodesign?

Wie kann man ein Produkt so gestalten, dass es bereits in der Herstellung ökologisch ist, eine lange, ressourcenschonende Lebensdauer hat und am Ende wieder in einen Kreislauf überführt werden kann? Das ist – kurz gesagt – die große Frage, die hinter dem Begriff Ökodesign steht. Er umfasst alles: Materialien, Technologie, Funktionalität, eben die gesamte Idee hinter dem Produkt.

Das Entsorgungsunternehmen REMONDIS hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und dabei sechs Einzelaspekte von Ökodesign identifiziert.

  • Mehr Effizienz
    Damit gemeint ist der Energie- und Rohstoffbedarf über den gesamten Lebenszyklus des Produkts hinweg.
  • Nachhaltiger Rohstoffeinsatz
    Aus welchen Rohstoffen ist das Produkt gefertigt? Recyclingrohstoffe und nachwachsende Rohstoffe sind zu bevorzugen.
  • Optimale Verwendbarkeit
    Dazu zählen nicht nur Haltbarkeit und Reparaturfreundlichkeit, sondern auch der Nutzen des Produkts generell.
  • Hohe Recyclingfähigkeit
    Ist die Konstruktion recyclinggerecht, kann das Produkt möglichst vollständig recycelt werden?
  • Geringe Emissionen
    Schadstoffe, Strahlung, Lärm – mit alledem sollten Mensch und Umwelt so wenig wie möglich belastet werden.
  • Maximale Substitution
    Umwelt- und gesundheitsbelastende Stoffe werden nach Möglichkeit durch Stoffe mit umwelt- und gesundheitsverträglichen Eigenschaften ersetzt.

Damit ist Ökodesign im Grunde die Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und Zero Waste. Denn es geht hier immer darum, vom Ende her zu denken. Doch Unternehmen sind keine Non-Profit-Organisationen, der Mehraufwand für ein durch und durch ökologisches Produkt muss sich am Ende auch lohnen. REMONDIS nennt in diesem Zusammenhang mögliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die ökologisch handelnden Unternehmen Vorteile verschaffen, etwa die Förderung von Recyclingrohstoffen oder verbindliche Rezyklat-Quoten.


Zwar gibt es bereits eine europäische Richtlinie, die Ökodesign fördern soll und die sogar den Begriff im Namen führt. Die 2009 in Kraft getretene Ökodesign-Richtlinie (sehr gut und ausführlich erklärt hier vom Umweltbundesamt) ist auch ein Schritt in die richtige Richtung. Viele erinnern sich in diesem Zusammenhang sicher noch an Staubsaugerverbote wegen zu hoher Wattzahl. Doch leider ist die Richtlinie bislang noch auf energierelevante Faktoren beschränkt und lässt das wichtige Thema Rohstoffeffizienz außen vor. Eine verpflichtende Kennzeichnung, wie etwa das von REMONDIS entwickelte Recyclinglabel könnte künftig dazu beitragen, gutes Ökodesign nach außen für alle erkennbar zu machen. So könnten Verbraucher*innen leichter nachhaltiger einkaufen und gleichzeitig ökologisch handelnde Hersteller und Unternehmen belohnen.

Weitere Informationen:

  • Jedes Jahr werden herausragende Ideen für Ökodesign mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet. Verleiher sind das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt in Kooperation mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin. Auf der dazugehörigen Website finden Sie unter den Preisträgern einige besonders schöne Beispiele.
  • Das Umweltbundesamt hat ein Praxishandbuch für Ecodesign aufgelegt. Es ist als E-Book kostenlos zum Download
    erhältlich.
„Eine verpflichtende Kennzeichnung könnte künftig dazu beitragen, gutes Ökodesign nach außen für alle erkennbar zu machen.“
Die Autor*in
Heidi Schmitt
Heidi Schmitt
Egal, ob mit ihrem italienischen Hund Panini oder als leidenschaftliche Läuferin: Heidi ist fast immer zu Fuß unterwegs. Die wilde Vermüllung von Grünflächen in ihrer Wahlheimat Frankfurt macht ihr dabei sehr zu schaffen. Mit alltäglichen Clean-up-Aktionen und der Tastatur hält die Bloggerin und Autorin dagegen. Ihr besonderes Interesse gilt außerdem innovativen Recyclingmethoden und verstecktem Elektroschrott in Dingen des Alltags.