Nachhaltig einkaufen mit der Familie
Autofrei mit der Familie unterwegs
„Mehr Nachhaltigkeit im Familienhaushalt ist möglich! Mit ein wenig mehr Achtsamkeit an den richtigen Stellen lässt sich ohne großen Verzicht viel erreichen.“
Upcycling macht Spaß
Die Autor*in
Jil Zitnik
Jil Zitnik
Schon als Kind war Jils große Leidenschaft die Literatur. Aus diesem Grund entschied sie sich nach ihrem Abitur Germanistik an der Goethe Universität in Frankfurt zu studieren. Neben ihrem Studium ist sie als Werkstudentin bei der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH im Bereich Marketing tätig und schreibt für RECYCLIST. In ihrer Freizeit sitzt Jil häufig vor ihrem Laptop und verfasst Texte oder sie spaziert mit ihrem Hund durch Frankfurt und versucht währenddessen die Stadt weiterhin sauber zu halten.

Nachhaltigkeit

Shoppen, spielen, sparen – wie Familien nachhaltiger leben können

Das eigene Familienleben nachhaltiger zu gestalten, ist manchmal gar nicht so einfach. Oft bleiben Lebensmittel übrig, das Spielzeug der Kinder besteht zum Großteil aus Plastik und täglich landen mehrere Windeln in der Mülltonne. Trotzdem ist es nicht unmöglich, ein nachhaltiges Leben zu führen – selbst als mehrköpfige Familie. Vor allem in vier Bereichen gibt es dafür oft noch Potenzial.

1. Alles rund um das Thema Lebensmittel einkaufen

Der Gang zum Supermarkt bietet viele Möglichkeiten, nachhaltiger zu werden. Und das nur durch etwas mehr Bewusstsein.

Regional und saisonal shoppen

Wer regional und saisonal einkauft, schont nicht nur die Umwelt – hier lässt sich auch richtig Geld sparen! Bei entsprechendem Obst und Gemüse entfällt nämlich der lange Transportweg aus dem Ausland mit dem LKW, dem Schiff oder dem Flugzeug. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Preis der einzelnen Produkte aus, sondern auch auf die Umwelt. Dank kurzer Transportwege und dem Anbau auf Feldern in der Region werden nicht nur CO2-Emissionen gespart, sondern auch jede Menge Energie. Es gibt sogar noch einen weiteren Vorteil: Häufig ist die Ware aus der Region frischer und deshalb wohlschmeckender und vitaminreicher.

So viel Plastik wie möglich vermeiden

In Deutschland verbraucht jeder Mensch etwa 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall – und es wird jedes Jahr ein wenig mehr. Die Verpackungsflut wird bereits am Eingang des Supermarkts deutlich. So finden sich Trauben in Plastikschalen oder Plastiktüten, Gurken in Kunststoff-Folie, Mischsalate in Tüten. Und das, obwohl die Verpackungen von frischer Ware seit Jahren kontrovers diskutiert werden. Für unverpacktes Obst oder Gemüse bieten Supermärkte noch immer die sogenannten „Hemdchentüten“ an, die bereitwillig genutzt werden. Alternativ greifen viele Verbraucher*innen zu Papiertüten. Doch auch dadurch entsteht unnötiger Abfall. Um weniger davon zu produzieren, wäre es hilfreich, die Einkäufe in mitgebrachte wiederverwendbare Tüten oder Netze einzupacken. So reduzieren Sie Ihre Abfallbilanz, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen. Auch bei den übrigen Lebensmitteln lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wählen Sie z. B. losen Reis statt den aus dem Kochbeutel, vermeiden Sie kleine Einzelportionen z. B. bei Quark, Frischkäse, Marmelade, Gummibärchen, Keksen oder Kaffeesahne. Sie alle stammen aus einem Zeitalter des verschwenderischen Umgangs mit Verpackungen. Doch das ist inzwischen zum Glück vergangen.

Das Abendessen planen

In Deutschland landen ungefähr ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. Doch jede*r kann etwas dagegen tun. Einkaufen nach Plan ist zum Beispiel eine großartige Maßnahme gegen Lebensmittelverschwendung. Wenn die Mahlzeiten der Woche geplant werden, können Lebensmittel nicht mehr verderben. Denn es wird nur das eingekauft, was auch gebraucht wird. Und bleibt beim Kochen doch einmal eine Portion übrig, ist Einfrieren immer eine gute Option. Das gilt auch dann, wenn Ihnen ein ungeplantes Essen außer Haus dazwischenkommt. Kochen Sie einfach auf Vorrat, wandeln Sie aufwendige Gerichte in unkomplizierte Schnellvarianten um, für die Sie immer etwas Zeit finden. So bleiben Sie in Ihrer Planung flexibel. Gehen Sie besonders sorgfältig mit tierischen Produkten um. Nicht nur aus Respekt vor dem Tier – die Produktion von Fleisch, Wurst, Milch oder Käse ist CO2-intensiv und sollte deshalb nicht vergebens sein.

2. Der öffentliche Personenverkehr

Sie fahren bereits viel mit dem Fahrrad? Top, das ist vorbildlich! Versuchen Sie dennoch, Ihre Fahrradkilometer weiter auszubauen und alle Verkehrsmittel geschickt miteinander zu kombinieren.

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule und Arbeit

Damit erzählen wir Ihnen sicher nichts Neues: Ob der Weg zum Kindergarten, zur Schule oder zur Arbeit, am besten ist es, wenn Sie anstelle des Autos das Fahrrad benutzen oder zu Fuß gehen. Das kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrer Gesundheit zugute. Dennoch unterscheiden noch immer viele Menschen zwischen der Freizeitnutzung und der Fahrt zur Arbeit. Tatsächlich ist ein Kostüm oder Anzug nicht das beste Outfit für Strecken mit dem Rennrad. Hier lohnt sich ein Umdenken – vielleicht ist ein komfortableres Fahrrad für die beruflichen Strecken eine Option? Vielleicht besteht die Möglichkeit, das „dienstliche“ Outfit mit einem Lastenrad mitzunehmen und sich auf der Arbeitsstelle umzuziehen? Oder Sie nehmen das Rad mit dem ÖPNV mit und verwenden es nur für die letzte Meile zur Arbeitsstätte? Wo ein Wille zur Nachhaltigkeit ist, ist immer auch ein Weg.

Fahrgemeinschaften bilden oder auf den öffentlichen Personenverkehr zurückgreifen

Sollten größere Wege bestritten werden, ist es tatsächlich nicht immer möglich, das Fahrrad zu benutzen oder zu Fuß zu gehen, denn oft spielt die Zeit eine große Rolle. Das bedeutet nicht, dass Sie zwangsläufig das eigene Auto nehmen müssen. Bilden Sie Fahrgemeinschaften oder greifen Sie auf den öffentlichen Personenverkehr zurück. Das gilt auch für Ihre Kinder – der „Taxidienst Mama“ muss sicher nicht bei allen Gelegenheiten zum Einsatz kommen. Sie wissen ja – eine der größten Feindinnen der Nachhaltigkeit ist die Gewohnheit.

3. Alternativen zu Plastikspielzeug

Fröhlich bunt und voller Kunststoff – Kinderzimmer sind paradoxerweise oft der am wenigsten nachhaltige Raum des Haushalts. Doch mit Wiederverwertung und Wiederverwendung lässt sich so einiges dagegen tun.

Basteltipps: Aus Alt mach Neu

Kinder lieben kreative und verblüffende Ideen. Recyclingbasteln ist dafür perfekt! Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie aus Altpapier ganz einfach Samenpapier machen können? Mit vielen alten Gegenständen und Müllartikeln können Sie und Ihre Kinder neue Objekte, Faschingskostüme oder Spielzeuge basteln. Die Bastelseite des Kinderportals Fessie bietet unendliche Möglichkeiten für Geschenke, Spiele, Schmuck und mehr.

Tauschen

In der heutigen Zeit ist der Wunsch nach Neuem sehr groß. In kurzer Frequenz werden neue Spielzeuge herausgebracht, und schnell befürchten Kinder, mit ihren Freunden nicht mithalten zu können. Die Idee des Tauschens stoppt den Überbietungswettbewerb. Organisieren Sie gezielt kleine Tauschbörsen, die für mehr Abwechslung im Spielalltag sorgen und zugleich verhindern, dass noch brauchbare Spielsachen unbenutzt in der Ecke liegen. Zudem lernen Kinder dabei, etwas mit anderen zu teilen. Nachhaltigkeit hat oft viele gute Nebeneffekte!

4. Bewusster Umgang mit Abfall und Energie

Hier geht es um die Basics der Nachhaltigkeit – Abfall und Energie. Effekte sind dabei für eine*n selbst manchmal schwer greifbar, weshalb es nicht immer leicht ist, konsequent zu bleiben. Doch genau das ist nach wie vor sehr wichtig – gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie Ihren Kindern, dass kleine Achtsamkeiten keine großen Opfer sind.

Müll richtig trennen

Mülltrennung ist eine Selbstverständlichkeit geworden – seit 30 Jahren landet unser Abfall nun schon in unterschiedlichen Tonnen. Bis heute sind Maschinen nicht in der Lage, alle Abfälle sauber voneinander zu trennen, hier ist die Umwelt auf das Engagement aller Menschen angewiesen. Bleiben Sie konsequent – geben Sie keine Speisereste in den Verpackungsabfall (wirkt sich negativ auf das Recycling aus), keine kleinen Elektrogeräte in den Restmüll (so gehen wertvolle Metalle verloren, Schadstoffe können austreten) und keine Verpackungen in den Biomüll (beeinträchtigen den Kompost und müssen mühevoll aussortiert werden). Es gibt viele weitere Beispiele dafür, wie selbst kleine Fehleinwürfe ein Problem für das Recycling darstellen können (etwa bei Buntglas im Weißglascontainer). Das Abfall-ABC der FES gibt Ihnen Antworten auf alle Fragen rund um das richtige Trennen von Abfall. Falls Sie einmal unsicher sind, wie etwas entsorgt werden sollte, schauen Sie einfach dort nach!

Effektives Benutzen von Spül- und Waschmaschine

Auch mit dem täglichen Einsatz von Elektrogeräten im Familienhaushalt lässt sich mehr Nachhaltigkeit erreichen. So ist es hilfreich, die Spül- und Waschmaschine erst dann zu benutzen, wenn wirklich genug Wäsche oder Geschirr für einen Wasch- oder Spülgang beisammen sind. Denken Sie dabei jeweils auch an den Energiesparmodus (Eco), den moderne Geräte zur Verfügung stellen. Wäsche, die keine besonderen Flecken aufweist, sondern nur nicht mehr ganz „frisch“ ist, braucht keinen Waschgang von zwei oder mehr Stunden, genau dafür bietet sich ein Schnellwaschgang an. 30 oder 40 Grad genügen völlig. Sollten Flecken vorhanden sein, behandeln Sie diese einfach mit etwas Gallseife vor, so können Sie fast alles bei niedrigen Temperaturen waschen. Der Extra-Handgriff lohnt sich: Ein Waschgang mit 60 Grad verbraucht fast doppelt so viel Strom wie einer mit 40 Grad.

Weitere Tipps speziell zum Strom sparen finden Sie hier: frankfurt-spart-strom.de