Jetzt reifen frische Kräuter, verschiedene, heimische Obst- und auch Gemüsesorten, alle zur selben Zeit. Es müssen also größere Mengen Lebensmittel verarbeitet werden, bevor sie verderben. Gleichzeitig entstehen beim Kochen viele kleine Reste.
Zero Waste Drinks: Aus kleinen Resten wird große Erfrischung
Ausgepresste Zitronen, Limetten oder Orangen, Kräuterstängel, Apfel- oder Gurkenschalen werden oft entsorgt. Dabei steckt in ihnen noch erstaunlich viel Aroma. Manchmal bleibt auch einfach nur ein kleiner Rest übrig – eine Rispe Johannisbeeren oder eine kleine Handvoll Blaubeeren, übriggeblieben vom Charcuterie-Board, mit denen keiner so richtig etwas anzufangen weiß.
Typische Reste
- ausgepresste Zitrushälften
- Kräuterstängel wie Basilikum oder Rosmarin
- Gurken-, oder Apfelschalen
- Ingwerschalen
- weiche Beeren oder überreife Früchte
Drop ins kalte Wasser
Während Wasser Durstlöscher Nummer eins ist, greifen viele Menschen lieber zu Drinks mit Geschmack. Ein perfektes Pairing für Zero-Waste-Spätsommerdrinks: Einfach eine Karaffe mit dem füllen, was übrig ist, etwa Gurkenschalen, Basilikumstängel und ein paar weiche Beeren (am besten bio). Die Mischung mit Leitungswasser auffüllen und für eine Stunde im Kühlschrank stehen lassen. Fertig ist ein erfrischendes, aromatisches Getränk. Wer es lieber spritziger mag, nimmt statt Leitungswasser einfach Sprudelwasser.
Achtung: Das lieber nicht in den Drink
Während Gurkenschalen eine schöne Erfrischung in den Drink bringen, sind die meisten anderen Gemüseschalen weniger dazu geeignet. Beim Obst kann fast jede Sorte das Getränk aromatisieren. Ganz weiche, cremige Sorten wie Bananen jedoch lieber nicht nutzen.
Rezept: Berry Basil Breeze
Zutaten für 1 Liter
1 Rispe Johannisbeeren
2-3 Basilikumstängel
1 halbe ausgepresste Zitrone
Zubereitung
Die Beeren von der Rispe streifen und in eine Karaffe geben. Die Basilikumstängel und die ausgepresste Zitrone ebenfalls dazu geben. Die Zitrone ggf. vierteln, damit sie besser in die Karaffe passt.
Dann mit Leitungswasser auffüllen. Vor dem Servieren im Kühlschrank eine Stunde ziehen lassen.
Einmachen: Wenn Saison auf Vorrat trifft
Manchmal sind es keine kleinen Reste, sondern größere Mengen saisonaler, reifer Lebensmittel, die innerhalb weniger Tage verarbeitet werden müssen. Wer jetzt einkocht oder einlegt, verlängert die Saison über den Sommer hinaus.
Gemüsefülle in Garten, Markt oder Einzelhandel
Wer einen kleinen Garten hat oder bei einer solidarischen Landwirtschaft mitmacht, kennt es bestimmt: Plötzlich ist alles auf einmal reif. Es gibt so viel frisches Obst und Gemüse, dass man es gar nicht auf einmal essen kann. Aber auch wer clever einkauft, kann jetzt profitieren. Denn wenn plötzlich viel Ware ankommt, wird diese oftmals günstiger angeboten. Ein idealer Zeitpunkt, um etwas mehr einzukaufen und einzukochen.
Was tun mit…?
Tomaten
Sugo oder Tomatensauce für die nächste Pizza oder Nudelsession sind einfach herzustellen und lassen sich prima einkochen. Zusammen mit Paprika, Zucchini, Aubergine und Zwiebeln kann man auch ein Ratatouille-Gemüse auf Vorrat kochen. Das passt gut zu Couscous, Reis oder Pasta und macht die nächste Mahlzeit zum Fast Good: lecker und schnell fertig.
Pflaumen
Wem nach Pflaumenkuchen die Ideen ausgehen, der könnte es mal mit Pflaumen-Apfel-Chutney probieren, das passt gut zum nächsten Grillabend oder auch im Winter zu Raclette. Ebenfalls lecker und ein tolles Geschenk aus der Küche: Pflaumenketchup.
Äpfel
Apfelmus geht immer, oder? Wem das zu langweilig ist, einfach mal ein bisschen abgeriebene Orangenschale dazu geben. Oder wie wäre es mit einem Bratapfelaufstrich? Der passt perfekt auf eine winterliche Frühstückstafel. Wer einen Dörrautomaten oder einen Backofen mit Dörrfunktion hat, kann sich selbst Apfelringe trocknen.
Birnen
Sehr lecker ist karamellisierte Birnenkonfitüre. Einfach ein bisschen Zucker im Topf karamellisieren lassen, bevor die Birnen dazukommen. Auch ein Birnen-Ingwer-Chutney verlängert genussvoll die Birnensaison. Birnenkompott mit Vanille hilft über den Winter, wenn heimisches Obst knapp wird.
Zucchini
Zucchini kann man grillen und dann in Öl einlegen. So hält sie sich ca. 4-6 Wochen im Kühlschrank. Im Ofen mit Zwiebeln und Knoblauch gebackene, anschließend pürierte und ins Glas gefüllte Zucchini hält sich nach dem Einkochen ein Jahr. Diese Zucchini-Passata schmeckt als Brotaufstrich oder als Grundlage für Pasta-Saucen. Würzen nicht vergessen!
Kleine Einmach-Tipps
Um lange Freude an den haltbargemachten Goodies zu haben, ist es wichtig ein paar Grundregeln zu beachten. Hygiene steht dabei an erster Stelle. Also Hände gründlich waschen, Arbeitsfläche sorgfältig reinigen und dann kann es losgehen!
- Nur einwandfreie Früchte verwenden.
- Gläser sorgfältig sterilisieren.
- Einkochzeiten einhalten.
- Kleine Portionen in kleinen Gläsern erleichtern später die Verwendung.
Nachhaltigkeits-Impact
Jedes Lebensmittel erzählt eine Geschichte. Bevor etwa eine Tomate auf dem Teller landet, braucht sie Wasser, Nährstoffe, Pflege und viele weitere Schritte. Lebensmittelverschwendung ist immer auch Ressourcenverschwendung. Wer Reste weiterverarbeitet oder saisonale Ernten haltbar macht, nutzt Lebensmittel vollständiger und reduziert gleichzeitig Lebensmittelabfälle. Das schont nicht nur das Klima, sondern steigert auch die Wertschätzung.
Fazit
Zero Waste beginnt nicht erst beim Wegwerfen, sondern beim Wertschätzen. Aus Kräuterstängeln wird ein Sommerdrink, aus reifen Tomaten eine Pastasauce und aus der Ernte ein Vorrat für die kommenden Monate. So bleibt der Geschmack des Sommers länger erhalten – und jedes Lebensmittel bekommt die Wertschätzung, die es verdient.
Weitere Infos:
- Was man beim Einkochen beachten sollte, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen gut verständlich.
- Umfangreiche Infos und Praxistipps und -tricks gibt es in der digitalen Ausgabe vom Kompass Ernährung – Den Sommer verlängern – Haltbarmachen leichtgemacht vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
- Leckere Einmachrezepte für Obst, Gemüse und mehr gibt es im Buch Die Einmachbibel von Alexander Dölle und Sarah Schocke.
- Weitere Zero-Waste-Rezepte von Sarah...











