Zero Waste an der sommerlichen Tafel? Grillen und Picknicken machen vor allem Spaß, weil es ein buntes, vielfältiges Food Line-up gibt. Die Kehrseite der Servierplatte: Oft bleiben Leckereien übrig. Diese lassen sich aber häufig weiterverwenden oder bilden sogar die Grundlage für die nächste Mahlzeit. Das reduziert nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern spart auch Geld und Zeit beim nächsten Kochen.
Reste-Rating
Was nach einem Picknick oder einer Grillsause nicht aufgebraucht wird, ist oft erstaunlich vielseitig. Besonders häufig bleiben die folgenden Lebensmittel übrig:
- Brot, Brötchen, Baguette
- aufgeschnittenes Obst
- gegrilltes Gemüse
- Salatreste
- Fleisch und Würstchen
Wenn der Grill leer, der Brotkorb aber noch voll ist
Brot, Brötchen und Baguette gehören bei Picknick und BBQ fest zum Repertoire. Oft wird großzügig aufgeschnitten und am Ende bleibt mehr übrig, als gegessen wird. Was dann trocken im Brotkorb liegt, landet nicht selten im Müll.
Less waste – more taste
Brot- und Brötchenreste müssen aber nicht zwingend in die Tonne wandern. Sie können sich auch in leckere Mahlzeiten umwandeln: Aus aufgeschnittenen Brotscheiben wird ein Auflauf oder ein geschichtetes Gratin. Auch eine Lasagne muss nicht immer aus Nudelplatten bestehen. Sie schmeckt ebenso mit dünn geschnittenen Brotscheiben und ist sogar schneller gar.
Altes Brot als Upgrade
Dickere Brotscheiben am besten einen halben Zentimeter groß würfeln, mit etwas Knoblauch und Öl in der Pfanne oder im Ofen goldbraun rösten und die fertigen, abgekühlten Croutons in einem Schraubglas aufbewahren. Damit lassen sich die nächsten zwei Tage Suppen und Salate upgraden. Oder sie werden einfach weggeknuspert.
Früchte clever weiterverwerten
Obst kommt beim Picknick gerne groß raus und versüßt die bunte Vielfalt auf der Decke. Doch aus Vielfalt wird schnell mal „viel übrig“. Aufgeschnittenes Obst hält sich nicht lange und muss rasch weiterverarbeitet werden. Die meisten Sorten lassen sich pürieren und in Eiswürfelförmchen einfrieren. Ideal eignen sich dazu Beeren, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen oder Aprikosen. Die gefrorenen Obstwürfel dann einfach portionsweise in Wassergläser oder Karaffen geben – für eine süße Sommererfrischung.
Von der Grillparty zur Picknickpause
Reste vom Grillgemüse sind mehr Segen als Fluch und kommen direkt am nächsten Tag mit auf die Picknickdecke. Und der Blattsalat darf gleich mit – vorher im Sieb abtropfen lassen. Beides wird in einen Tortilla-Wrap gewickelt. Diesen zuvor mit einer festen Creme bestrichen, etwa Hummus oder Gemüseaufstrich, dann Salat und Gemüse hineinschichten, aufrollen und fertig ist der nächste Picknick-Snack.
Fleisch sicher verarbeiten
Würste und Fleisch am besten immer in einer Kühlbox in der Nähe stehen haben. Bleiben welche übrig, diese gut durchgaren. Durchgaren bedeutet, das Fleisch sollte im Inneren zwei Minuten lang 70 Grad erreichen (Kerntemperatur). Würstchen können in Pita-Taschen wandern oder eine Pasta mit Würstchen-Bolognese anreichern. Fleisch kann als Streifen eine sommerliche Bowl oder einen Salat aufwerten.
Lagen Würstchen und Fleisch länger ungekühlt im Freien, dann aus Sicherheitsgründen nicht weiterverwenden.
Rezept: Grillgemüse-Wraps
Zutaten für 4 Wraps
- 4 Tortilla-Wraps
- 4 EL Hummus oder Gemüseaufstrich
- 200-300 g übrig gebliebenes Grillgemüse
- Optional: übrig gebliebener Blattsalat
Zubereitung
- Falls vorhanden, den Blattsalat in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen. Die Tortilla-Wraps nacheinander nach Packungsangabe in der Mikrowelle oder einer Pfanne erwärmen. Dann auf einem Schneidebrett auslegen.
- Jeden Wrap mit je 1 EL Hummus oder Gemüseaufstrich bestreichen. Mittig horizontal jeweils etwa 3 EL Grillgemüse und etwas Blattsalat verteilen.
- Die Seiten der Wraps zur Mitte einschlagen und die Wraps von unten fest aufrollen.
- Direkt genießen oder gut verpackt mit zur Arbeit nehmen.
Tipp: Es ist Rohkostgemüse übrig wie Gurken, Paprika, Zwiebeln oder Tomaten? Oder Kräuter? Diese können kleingeschnitten auch direkt mit in den Wrap gewickelt werden.
Nachhaltigkeits-Impact
Jedes gerettete Brot, jedes weiterverwendete Stück Obst und jede Portion Grillgemüse reduziert Lebensmittelabfälle und spart Ressourcen wie Ackerfläche, Wasser, Energie und Transport. Denn in jedem Lebensmittel stecken mehr als nur Zutaten: Anbau und Ernte, Verarbeitung und Logistik. Wer Reste weiterverwendet, rettet also nicht nur Lebensmittel, sondern spart Ressourcen, entlastet dadurch den Planeten und auch den eigenen Geldbeutel.
Fazit
Zero-Waste-Grillen und -Picknicken bedeutet, den Sommer nicht mit vollen Mülltonnen enden zu lassen. Brot retten, Obst einfrieren, Grillgemüse einpacken – so wird aus Übriggebliebenem eine neue Mahlzeit. Und ganz nebenbei bekommt der nächste Tag ein kleines Sommer-Upgrade: weniger Waste, mehr Taste und Vorfreude auf das, was noch daraus wird.
Weitere Infos:
- Wie man Fleisch sicher zubereitet, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie hat auch Tipps zum Grillen.
- Wer auch bei geliefertem Essen für Feste und Events auf Nachhaltigkeit achten möchte, findet im Beitrag zum nachhaltigen Catering wertvolle Tipps und Hinweise.











